Feuerverzinkung DIN 1461
vs. Sendzimirverzinkung
– was steckt dahinter?
Nicht jede Verzinkung schützt gleich gut. Wir erklären den entscheidenden Unterschied – und warum er für Ihre Zaunanlage langfristig zählt.
Wer Angebote für Stabmattenzäune oder Schmiedezäune vergleicht, stößt schnell auf unterschiedliche Angaben zur Verzinkung. Mal steht DIN 1461, mal DIN EN 10244 im Angebot – oder schlicht „sendzimirverzinkt”. Das klingt ähnlich, ist es aber nicht. Die Wahl des Verfahrens entscheidet darüber, wie gut und wie lange Ihr Zaun vor Rost geschützt ist.
Die zwei Verfahren im Überblick
Sendzimirverzinkung
Beim Sendzimir-Verfahren (auch Bandverzinkung) wird der Stahldraht vor der Mattenfertigung beschichtet. Das bedeutet: Beim anschließenden Schweißen und Schneiden der Matte wird die Zinkschicht an genau diesen Stellen zerstört. Schweißpunkte und Schnittkanten bleiben dauerhaft ungeschützt – und sind die ersten Angriffspunkte für Rost.
Norm: DIN EN 10244Feuerverzinkung nach DIN 1461
Bei der Stückverzinkung nach DIN 1461 wird die fertige Matte als Ganzes in ein bis zu 450 °C heißes Zinkbad getaucht. Jede Oberfläche, jeder Schweißpunkt, jede Schnittkante wird lückenlos und normgerecht beschichtet. Die Mindestschichtdicke ist verbindlich geregelt – und liegt deutlich über der der Bandverzinkung.
Norm: DIN 1461💡 Wichtig beim Angebotsvergleich: Steht in einem Angebot nur „DIN EN 10244″ oder „sendzimirverzinkt”, handelt es sich um Bandverzinkung vor der Fertigung. Schweißpunkte und Kanten des fertigen Zauns sind dann nicht durch Zink geschützt – auch wenn das Produkt auf den ersten Blick wie eine hochwertige Verzinkung wirkt.
Der direkte Vergleich
| Merkmal | Sendzimirverzinkung (DIN EN 10244) | Feuerverzinkung (DIN 1461) |
|---|---|---|
| Zeitpunkt der Verzinkung | Vor der Fertigung (Draht) | Nach der Fertigung (Bauteil) |
| Schweißpunkte geschützt | ✗ Nein | ✓ Ja |
| Schnittkanten geschützt | ✗ Nein | ✓ Ja |
| Typische Schichtdicke | ca. 10–20 µm | ≥ 45–70 µm (normativ geregelt) |
| Normative Regelung | DIN EN 10244 (nur Draht) | DIN 1461 (fertiges Bauteil) |
| Korrosionsschutz Außenbereich | Eingeschränkt | Sehr gut, bis zu 50 Jahre |
| Wartungsaufwand | Höher (Roststellen früher möglich) | Gering |
Unsere Empfehlung: Feuerverzinkung nach DIN 1461
Wer seinen Zaun dauerhaft schützen möchte – besonders im Außenbereich, bei Feuchtigkeit oder wechselnden Witterungsbedingungen – sollte auf die Feuerverzinkung nach DIN 1461 setzen. Die höheren Schichtdicken, der lückenlose Schutz und die normative Nachweisbarkeit machen sie der Sendzimirverzinkung klar überlegen. Was anfangs günstiger wirkt, kann durch höheren Wartungsaufwand und kürzere Standzeiten schnell teurer werden.
Die Normen im Detail
Zinküberzüge auf Stahldraht
Europäische Norm für die Verzinkung von Drahtprodukten vor der Verarbeitung
Die DIN EN 10244 regelt die Anforderungen an Zinküberzüge auf Stahldraht – also das Material, bevor es zu einer Stabmatte oder einem Gitter verarbeitet wird. Sie legt fest, wie dick die Zinkschicht auf dem Rohdraht mindestens sein muss und in welche Klassen (Klasse A und B) die Überzüge eingeteilt werden.
Klasse A schreibt dabei eine höhere Mindestschichtmasse vor als Klasse B. In der Praxis werden sendzimirverzinkte Stabmatten häufig mit Klasse A nach DIN EN 10244 angeboten – was zunächst hochwertig klingt, aber nichts daran ändert, dass alle Schweißpunkte und Schnittstellen, die bei der Mattenfertigung entstehen, ohne Zinkschutz bleiben.
Die Norm ist damit eine reine Draht-Norm und sagt nichts über den Korrosionsschutz des fertigen Bauteils aus.
Feuerverzinkte Überzüge auf Stahl
Deutsche und europäische Norm für die Stückverzinkung fertiger Bauteile
Die DIN EN ISO 1461 (kurz: DIN 1461) ist die maßgebliche Norm für die Feuerverzinkung von fertig bearbeiteten Stahlbauteilen – also für Zäune, Tore, Stabmatten und Geländer nach ihrer vollständigen Herstellung. Sie regelt verbindlich, wie dick die Zinkschicht auf dem fertigen Bauteil mindestens sein muss.
Die geforderte Mindestschichtdicke richtet sich nach der Materialstärke: Bei Stahl ab 6 mm Dicke sind mindestens 85 µm vorgeschrieben, bei dünneren Teilen mindestens 45–55 µm. Diese Werte liegen deutlich über den typischen 10–20 µm der Sendzimirverzinkung.
Ein weiterer Vorteil: Die Norm schreibt auch eine kathodische Schutzwirkung vor. Das bedeutet, dass Zink als Opferanode wirkt – selbst kleine Fehlstellen im Überzug werden elektrochemisch geschützt, solange ausreichend Zink in der Umgebung vorhanden ist.
